Das magische Ziel für alle Radfahrer am Comer See

 

Rosa Maria Lamberti am Comer SeeCari amici, liebe Comer See Freunde, der Sommer ist die wichtigste Jahreszeit für die Liebhaber des Radsports. Das merkt ihr besonders dann, wenn ihr mit dem Auto über die engen Straßen am Lario kurvt.

Ihr werdet euch mit den vielen Hobby- und Profiradsportlern arrangieren müssen, die sich auf ihren mit allen technischen Raffinessen ausgestatteten Bykes todesmutig an schroffen Abhängen vorbei die Steigungen hinaufkämpfen.

Natürlich nerven diese “Verkehrshindernisse” manchmal. Besonders, wenn sie in Gruppen auftreten und man kilometerweit hinter ihnen herzufahren muss, weil der Gegenverkehr auf den engen Straßen rund um den Comer See das Überholen nicht zulässt.

Aber ich gebe zu, dass ich die Leistung, den Mut und den sportlichen Ehrgeiz dieser Radler bewundere.

Das magische Ziel

Viele der Radsportler am Comer See haben nur ein Ziel: den 750 Meter hoch gelegenen Ort Magreglio im larianischen Dreieck, der von Bellagio, Como und Lecco aus zu erreichen ist.

Die Radler fürchten besonders die Auffahrt über den Passo Ghisallo mit seiner Steigung von stellenweise 14 Prozent. Der kleine Ort Magreglio mit seinen ca. 600 Einwohnern dient als Etappenziel der Lombardei Rundfahrt, sowie des Giro d’Italia.
Diese Tatsache zeigt, zu welchen extremen Leistungen die Sportler bereit sind, um hierher zu gelangen.

Ich glaube, die wenigsten haben nach dieser Anstrengung Augen für das grandiose Panorama und die Schönheit der Comer See Landschaft. Aber kein Radler oder Radsportfan lässt es sich nehmen hier oben noch einen ganz besonderen Ort aufzusuchen.

Die Kapelle der Heiligen Madonna del Ghisallo

Am Rande des Örtchens Magreglio befindet sich die Kapelle der Heiligen Madonna del Ghisallo aus dem Jahr 1623. Schon seit einem Vorfall im Mittelalter galt die Madonna als Schutzpatronin der Reisenden.

Damals wurde Graf Ghisallo von Räubern überfallen. Als er um Hilfe rief, erschien ihm die Heilige Jungfrau und die Banditen ergriffen die Flucht. Aus Dankbarkeit errichtete der Graf die Kapelle zu Ehren der Heiligen Madonna del Ghisallo.

Auf Grund einer Initiative des Dorfpfarrers Pater Ermelindo Vigano wurde die Madonna am 13.10.1949 von Papst Pius XII. zur Schutzheiligen aller Radsportler erklärt. Seitdem ist die Kapelle ein Wallfahrtsort für Radsportprofis und Hobbyradler aus aller Welt.

Viele der bekanntesten Radrennfahrer stifteten zum Dank für ihre Erfolge die Räder, Trikots oder Trophäen ihrer Wettkämpfe. Viele dieser Reliquien sind in der kleinen Kirche zu bewundern.
Die sehr außergewöhnliche Atmosphäre dieses Ortes nimmt wohl jeden gefangen.

Auf dem Platz vor der der Kapelle befinden sich die Büsten von Pater Emelindo, sowie von Fausto Coppi und Gino Bartali, zwei der wohl bekanntesten italienischen Radrennfahrer.

In einer kleinen Parkanlage neben der Kapelle symbolisiert eine sehr eindrucksvolle Bildhauerarbeit den Sieg und die Niederlage.
Von hier aus hat man einen phantastischen Blick auf den Ostarm des Comer Sees mit dem gewaltigen Grigne Massiv am anderen Ufer.

Das Radsportmuseum

In Sichtweite der Kapelle wurde im Oktober 2006 das Radsportmuseum “Museo del Ciclismo” eröffnet.

Hier werden die zahlreichen Erinnerungsstücke der Radsportler untergebracht, die in der Kapelle der Madonna del Ghisallo keinen Platz mehr fanden. Außerdem wird in dem dreistöckigen Gebäude die Geschichte des Radfahrens und des Radsports in sehr interessanter Weise dargestellt.

Allora, amici, worauf wartet ihr noch? Sattelt euren Drahtesel und macht euch auf den Weg zur Heiligen Madonna von Ghisallo.

Mein Tipp für alle, die nicht so sattelfest und sportlich sind: Nehmt das Auto, den Bus oder wandert den Passo Ghisallo hinauf. Der Weg lohnt sich in jedem Fall.

Tanti saluti e a presto
Rosa Maria Lamberti