Keine Lust auf Surfen oder Wandern am Comer See?

 


Rosa Maria Lamberti am Comer See
Cari amici, liebe Comer See Freunde, es gibt Urlaubstage, an denen hat meine keine Lust zum Wandern, Surfen, Kraxeln oder Schwimmen, möchte aber trotzdem etwas unternehmen. In diesem Fall empfehle ich euch eine landschaftlich besonders reizvolle Autofahrt über die kurvenreiche Uferstraße (SP 583) von Como nach Bellagio.

Torno am Fuße des Monte Bisbone

Bereits kurz hinter Como erreicht ihr die kleine Ortschaft Torno, am Fuße des Monte Bisbone. Es lohnt sich, hier die Uferstraße zu verlassen und in den pittoresken Ort hinunterzufahren, um einen kurzen Stopp einzulegen.

Bei einem gemütlichen Spaziergang hinunter, durch die romantischen, schmalen, verschachtelten Gassen mit ihrem ganz besonderen Flair, die hinunter zum kleinen Hafen führen, fühlt man sich in frühere Zeiten versetzt.

Die beiden Kirchen des Ortes haben ihren Ursprung im 6. und 13. Jahrhundert. Die ältere Kirche, San Giovanni, beherbergt in ihrem Inneren viele sehenswerte und recht gut erhaltene Fresken.

Wie in vielen anderen Orten am Comer See, wurde in früheren Jahrhunderten auch in Torno Seide hergestellt und verarbeitet.

Die Villa Pliniana

Wenn ihr von Torno aus weiter auf der Uferstraße ca. 2 Kilometer in Richtung Bellagio fahrt, erreicht ihr die Villa Pliniana aus dem 16. Jahrhundert. Das beeindruckende Gebäude befindet sich unterhalb der Straße, direkt am Seeufer, in der Nähe eines Wasserfalls, der aus einer Höhe von ca. 70 Metern in den Comer See herabstürzt.

Berühmt wurde die Villa Pliniana durch eine intermittierende Quelle, die im Hof in einer Grotte entspringt und in den Comer See fließt. Bereits Plinius und Leonardo da Vinci waren von diesem mysteriösen Naturphänomen fasziniert, das bis in die heutige Zeit den Wissenschaftlern Rätsel aufgibt.

Im Laufe der Jahrhunderte beherbergte die majestätische Villa viele berühmte Gäste, zu denen Napoleon, Stendhal, Byron, Winston Churchill und viele andere zählten.

Die Villa mit ihren Nebengebäuden wurde nach historischen Bauplänen fast 30 Jahre lang restauriert und ist heute eines der exklusivsten Luxushotel am Comer See.
Wie wär’s, amici? Vielleicht gönnt ihr euch eine Übernachtung in einer Luxus Suite?

Der Orrido di Nesso

Solltet ihr euch anders entscheiden und weiter auf der Uferstraße in Richtung Bellagio fahren, passiert ihr bei dem kleinen Ort Careno die schmalste Stelle des Lago di Como, der hier nur 650 m breit ist.

Die mit 425 Metern tiefste Stelle des Comer Sees, befindet sich bei Nesso. Hier solltet ihr noch einmal anhalten, denn dieses pittoreske mittelalterliche Städtchen hat noch eine weitere Besonderheit vorzuweisen – den Orrido di Nesso.

Das Flüsschen Nose stürzt als tosender, rauschender Wasserfall über hohe Felsvorsprünge in die Tiefe und durchschneidet schäumend den Ort, um schließlich in den Comer See zu münden.

Eine kleine Brücke aus der Römerzeit, die „Ponte della Civera“ bietet die besten Ausblicke auf dieses Naturschauspiel.

Lezzeno am Comer See

Lezzeno ist die letzte Station, bevor ihr Bellagio erreicht. Das Städtchen hat eine Länge von ca. 7 Kilometern und besteht aus insgesamt 17 Ortsteilen, die sich bis in die Berge hinauf schlängeln.
Der Legende nach war Lezzeno einst ein Unterschlupf für Hexen. Sie verzauberten alle jungen Männer des Ortes, so dass diese sich unsterblich in die Hexen verliebten.

Ein Spaziergang entlang der Via Crucis führt euch an ca. 14 Kapellen vorbei zur Kirche Santa Trinitá.
Direkt am Seeufer findet ihr die Werft von Erio Matteri. Er gilt weltweit als einer der besten Restauratoren für Holzboote, insbesondere für alte Riva Boote.

Bellagio, die Perle des Comer Sees

Jetzt sind es nur noch wenige Kilometer und ihr habt Bellagio, die Perle des Comer Sees erreicht. Dieses charmante Städtchen mit seinem unbeschreiblichen Flair wird auch euch gefallen.

Macht einen Spaziergang über die gepflegte Uferpromenade oder durch den Park der berühmten Villa Melzi, erkundet die steilen, kopfsteingepflasterten Gassen, genießt eine leckere Mahlzeit in einem der vielen Hotelrestaurants oder einen Espresso unter den schattigen Arkaden, mietet euch ein Motorboot oder macht eine Stadtrundfahrt mit dem nostalgischen „Bellagio Express“.

Bellagio hat so viel zu bieten, dass es den Rahmen dieses Blogartikels sprengen würde, wenn ich auf alle Einzelheiten einginge. Aber ich werde ganz sicher demnächst ausführlich über Bellagio berichten.

Ich wünsche euch schöne Spätsommertage am Comer See.

Tanti saluti e a presto
Rosa Maria Lamberti