Im Sommer sonntags nie am Comer See …

 

Rosa Maria Lamberti am Comer SeeCari amici, liebe Comer See Freunde!
Bestimmt haben viele von euch schon einmal die Autofähren des Comer Sees genutzt, um von einem Ufer zum anderen zu kommen.

Normalerweise ist das eine recht entspannte Angelegenheit. Aber seid ihr schon mal an einem Sommerwochenende mit dem Traghetto von Cadenabbia nach Bellagio gefahren?

Das Abenteuer beginnt

Ich habe mich an einem sonnigen Sonntagnachmittag in dieses “Abenteuer” gestürzt und wundere mich heute noch darüber, dass mein fabrikneues Auto und ich es auf wundersame Weise ohne größere Schrammen überstanden haben.

Im Vergleich zum benachbarten Menaggio, wo viel Platz für die wartenden Fahrzeuge vorhanden ist, hat die Wartezone in Cadenabbia nur Größe eines “Bettlakens”.

Doch wer vom Westufer mit dem Auto direkt nach Bellagio möchte, ohne zuerst noch in Varenna anzulegen, hat keine andere Möglichkeit, er muss von Cadenabbia übersetzen.

Und das sah für mich an dem besagten Sonntag im Sommer so aus: Die “Schiffshaltestelle” war entschieden zu klein für die Menge der wartenden Fahrzeuge. Viele davon waren überdimensionierte SUV, die auf den engen Straßen am Comer See sowieso fehl am Platze sind.

Alle standen kreuz und quer, blockierten zum Teil die enge Fahrbahn, so dass die vorbeifahrenden Autofahrer halsbrecherische Ausweichmanöver wagen mussten.

Auch am Comer See gibt es manchmal Stress

Ein aufgeregter uniformierter Angestellter der Navigazione Lago di Como sprang wild gestikulierend und schimpfend mit hochrotem Gesicht zwischen den Autos herum und versuchte vergeblich Ordnung in das unglaubliche Chaos zu bringen.

Irgendwie gelang es mir, mit meinem Auto in eine kleine Lücke zu flutschen. Allerdings ragte das Heck ziemlich weit auf die Fahrbahn hinaus. Dio mio! Hoffentlich kam jetzt kein Bus. Todesmutig öffnete ich die Fahrertür und sprintete zum Fahrkartenschalter.
Als ich zurückkam, hatte das Traghetto bereits angelegt.

Der rotgesichtige Angestellte versuchte den Fahrzeugen, die aus Bellagio kamen und vom Schiff herunter wollten, irgendwie einen Weg zu bahnen. Ich sage euch, für den armen Mann war es die Hölle!

Das Chaos löst sich auf

Als endlich das letzte Auto die Fähre verlassen hatte ging es los:

Stoßstange an Stoßstange, mit nur wenigen Zentimetern Abstand zum Nebenmann und eingeklappten Seitenspiegeln drängelte sich die Blechlawine im Zeitlupentempo auf das Schiff.

Dort wurde das Chaos von den routinierten Mitarbeitern der Navigazione auf wundersame Weise und jeden Blechschaden in geordnete Bahnen gelenkt.

Aber für mich steht fest: im Sommer sonntags nie – mit dem Traghetto von Cadenabbia nach Bellagio.

Tanti saluti e a presto
Rosa Maria Lamberti