Isola Comacina – die einzigartige, faszinierende Insel im Comer See

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Rosa Maria Lamberti am Comer SeeCari amici, liebe Comer See Freunde! Die einzige Insel im Comer See, die Isola Comacina, gilt als eine der interessantesten archäologischen Stätten des frühen Mittelalters in Norditalien.

Isola Comacina einzige Insel im Comer SeeWie erreicht man die Isola Comacina?

Die Insel befindet sich in der Nähe des Westufers vom Comer See, gegenüber der Orte Ossuccio und Sala Comacina. Ihr könnt sie von Menaggio mit dem Schiff erreichen.

Von Ossuccio aus bringen euch Boote über die sogenannte Zoca de l’oli zur Insel hinüber. Die Anlegestelle ist in der Nähe des Antiquarium Museums und der Kirche St. Maria Magdalena, mit ihrem berühmten viereckigen Turm.

Hier, an der schmalen Stelle zwischen dem Ufer von Ossuccio und dem Ufer der Isola Comacina, versteckte und tarnte die Navigazione Lago di Como im 2. Weltkrieg ihre Schiffe vor den feindlichen Flugzeugen.

Die Geschichte der Insel

Die Isola Comacina hieß zu Zeiten der Römer Cristopolis und war eine Art Militärstützpunkt am Comer See. Im Jahr 569 musste Mailand nach kriegerischen Auseinandersetzungen kapitulieren. Die kleine Insel diente einigen der reichen Bürger aus Mailand und Como als Zufluchtsort.

Innerhalb kurzer Zeit entstanden mehrere Wohngebäude und Kirchen auf der Insel. Die Isola Comacina entwickelte sich zu einem politischen, religiösen und kunsthandwerklichen Zentrum am Comer See.

Im Zusammenhang mit dem Kunsthandwerk ist der Begriff Magistri Comacini bekannt. Dabei handelte es sich um einen Zusammenschluss besonders begabter, privilegierter Bauhandwerker und Architekten, die am Comer See beheimatet waren. Wegen ihrer Kunstfertigkeit erhielten sie Aufträge aus ganz Norditalien und sogar aus Ländern jenseits der Alpen.

Während des 10-jährigen Krieges, den Mailand gegen Como führte, war die Isola Comacina mit Mailand verbündet. Im Jahr 1127 wurde Como besiegt.

Doch Kaiser Barbarossa baute das zerstörte Como wieder auf und sorgte dafür, dass die guten Zeiten der Isola Comacina im Jahr 1169 abrupt endeten. Gemeinsam mit den Gemeinden Gravedona, Dongo und Sorico überfielen die Comascer die Insel.

Überreste der Basilica di S. Eufemia auf der Isola ComacinaAlle Gebäude, außer einer Kirche, wurden zerstört und viele der Bewohner starben bei dem Angriff. Einige der Überlebenden fanden in Gemeinden am Ostufer des Comer Sees Zuflucht.

In einem Dekret von 1175 verbot Kaiser Barbarossa den Wiederaufbau der Isola Comacina.
Außerdem belegte Bischof Vidulfo von Como die Insel mit einem Fluch.


Der Fluch


Zitat: „Es werden niemals mehr die Glocken läuten,
niemand wird mehr einen Stein auf den anderen setzen,
niemand wird hier mehr Wirt sein unter der Strafe eines qualvollen Todes“. 

 

Jahrhundertelang blieb die Insel unbewohnt und sich selbst überlassen, obwohl sie einige Male den Besitzer wechselte. Schließlich wurde sie im Jahr 1914 dem belgischen König Albert I. geschenkt.

Belgien hatte zu Beginn des 1. Weltkrieges seine Solidarität zu Italien erklärt. Im Jahr 1920 gab der belgische König die Isola an den italienischen Staat zurück.

Das Antiquarium Museum in Ossuccio

Dank vieler Ausgrabungen auf der Isola Comacina, die von den Wissenschaftlern Ugo Monneret de Villard und Luigi Mario Belloni durchgeführt wurden, könnt ihr heute viele interessante Artefakt im Antiquarium Museum in Ossuccio bewundern. Es befindet sich in der Nähe der bereits erwähnten Kirche St. Maria Magdalena mit dem ungewöhnlichen Turm.

Im Antiquarium Museum findet ihr außerdem ein Visitor Center mit Konferenz- und Sanitär-Räumen, einer Buchhandlung und Multimedia Einrichtungen.

Gezeigt werden u. a. die Krypta und die Doppelapsis der Basilika St. Euphemia. Außerdem Wandfresken und Mosaikfragmente aus frühchristlicher Zeit sowie Überreste römischer Marmorsäulen, die unter der Johanneskirche erhalten geblieben sind.

Die Isola Comacina heutzutage

Chiesa di San Giovanni Battista auf der Isola ComacinaDie Insel ist ca. 600 Meter lang und 150 Meter breit. Ein Rundgang dauert etwa eine halbe Stunde und führt euch an der kleinen romanischen Kirche San Giovanni Battista vorbei.

Außerdem gibt es ein Restaurant auf der Insel, La Locanda dell’Isola Comacina, das ebenfalls eine sehr interessante Geschichte hat. Seit 1947 wird in diesem Restaurant immer das gleiche Menü serviert.

Jedes Jahr im Juni ist das traditionelle Fest von San Giovanni ein Highlight auf der Isola. Es wird mit einer feierlichen Schiffsprozession und dem traditionellen Feuerwerk gefeiert.

So amici, das waren die wichtigsten Informationen über die Isola Comacina im Comer See. Wenn euch der kleine Ausflug in die Geschichte der Insel gefallen hat, fahrt doch einfach mal dorthin.

Tanti saluti e a presto
Rosa Maria Lamberti

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